Der Prozess als Kunst
Diese Zeichnung ist in einem reduzierten, fast meditativen Prozess entstanden – mit nichts weiter als einem Tuschschreiber von Faber-Castell. Ein einziges Werkzeug, das alles erzählt: Linie, Bewegung, Rhythmus.
Die Vorlage stammt von einem unbekannten Künstler – ein Bild, das mich berührt hat. Doch was daraus entsteht, ist keine blosse Kopie. Es ist eine Transformation, ein Dialog zwischen dem Original und meiner eigenen Handschrift. Ich lasse mich leiten vom Motiv, aber noch mehr vom Moment – vom Fluss der Linien, vom Widerstand des Papiers, von dem, was zwischen den Strichen passiert.
Mit jedem Strich wächst das Bild. Was zunächst wie ein Chaos aus Linien und Gekrakel wirkt, beginnt zu leben. Struktur entsteht aus Intuition, Tiefe aus Wiederholung. Ich liebe diesen Prozess, weil er so direkt ist – nichts lässt sich verstecken, jeder Fehler gehört dazu.
Am Ende steht kein perfektes Bild, sondern ein lebendiges Objekt – gezeichnet, gespürt, gewachsen aus der Bewegung der Hand.

